was #1000 tode und sirenen gemeinsam haben

eines meiner größten träume ist – ihr werdet lachen – vom schreiben zu leben *wartet den lachflash ab*, durch das geschriebene ein stück weit unvergesslich werden. und idealistin wie ich nun mal bin, habe ich es mir auf die fahnen geschrieben, es realität werden zu lassen. doch wie immer fanden sich bisher genügend wenns und abers und sonstige ausreden, die mich davor hinderten, aus diesem traum meine realität wachzurütteln.

studium, familie, arbeit, wer-bin-ich- und wer-will-ich-sein-klärung. das alles hatte nun mal vorrang. und so ging das schreiben bisher über das „nur“ journalistische nicht hinaus. bis jetzt.

rückblende: irgendwann vor ein paar tagen. ich liege wach im bett. draußen ist es dunkel. die family vergnügt sich derweil (zusammen mit der sonne) in ihren träumen. ich aber wurde wiedermal von meinen monsta-gedanken unsanft geweckt. also schlendere ich schlaftrunken zum schreibtisch. laptop auf. und mit einigem widerwillen beschließe ich auch, sogleich ins postfach zu schauen. postfächer mag ich schon lange nicht mehr öffnen… kaum hoffnungen darauf, dort mal auf gute nachrichten zu stoßen. doch diesmal ist es anders: @fraufrohmann vom frohmann-verlag meldet sich. denn: vor kurzem rief sie interessierte zu einem mammut-projekt auf, nämlich, sich gedanken über den tod zu machen, es niederzuschreiben und es ihr für ihr buch „1000tode“ zu schicken.

das habe ich getan. und nun eine antwort von ihr: „ein schön(schlauer) text“ heißt es kurz und knapp. doch es reicht. ich bin glücklich, solch schönschlaue gedanken zum tod zu haben.

ein literarisches buchprojekt. und ich bin nun dabei. uff, da muss ich mich erstmal setzen… 

„und was ist mit den sirenen?“

ja, kommt jetzt.

in meinem 1000tode-text geht es um den mythos „sirenen“. sirenen, diese fabelwesen haben es mir angetan. woher sie kommt, dies faszination, bleibt spekulation – vielleicht ist disney schuld daran, denn mit arielle bin ich nun mal groß geworden. es ist der erste zeichentrickfilm, an den ich mich richtig bewusst erinnere. (und vielleicht sind auch daher meine haare stets rot gefärbt…o.O)

später, in meiner frühen studiumsphase kam es wieder. diesmal stieß ich auf einen roman „der gesang der sirene“ von josé luis sampedro. es ging, wie es bei sirenengeschichten nun mal üblich ist, um eine unmögliche liebe zwischen sirene und mann, nur dass diese sirene um ihre wahre identität zunächst nicht wusste… auch wenn das buch ein ziemlicher brocken war und zudem ein historischer roman (nicht unbedingt mein lieblingsgenre), konnte ich es nicht aus der hand legen. und die gedanken drumherum noch lange, nachdem ich das buch ausgelesen hatte, nicht aus dem kopf bannen.

und was dann passierte, haute mich selbst um: ich setzte mich hin und schrieb meine erste kurzgeschichte! so, da habt ihrs. jetzt wisst ihr bescheid. ich hab einen sirenentick.

da ich jedoch damals wie heute meinen schriftstellerischen talenten latente verbesserungswürdigkeit unterstell(t)e, verschwand diese kurzgeschichte in meinem „archiv der (noch nicht ganz) ausgeträumten träume“. ich widmete mich wieder dem studium, und hielt mich an das tatsachen-berichtende  journalistischen schreiben.

bis ich dann wieder den auftrag bekam, etwas zum thema „singen“ zu schreiben. und dann war es wieder da: arielle-sirenen-magische gesänge-verzauberte männer- und schließlich: der tod.

also setzte ich mich hin und nun: habe ich einen weiteren text über, diesmal todbringende sirenen verfasst – und mich beispielsweise gefragt, welche weisheiten sie denn den männern vorsangen, dass diese dafür mit dem tod bezahlen mussten…

#1000tode- das projekt

ins leben gerufen hat das 1000tode-projekt die literaturwissenschaftlerin und e-book-only-verlegerin christiane frohmann.

ihre motivation: subjektive ansichten über tod, sterben, trauer sammeln und sie als e-book veröffentlichen.

das buchprojekt ist in vier phasen gegliedert. derzeit ist teil 2/4 erschienen und das exposé für den dritten teil ist vor kurzem raus.

endziel: mithilfe von insgesamt (obacht!) 1000 subjektiven texten von autor_innen, blogger_innen und allen, die sich angesprochen fühlen und ihre gedanken zu diesem tabuthema äußern wollen, soll offengelegt werden, wie hierzulande über tod, sterben, trauer, leid gedacht wird.

ich habe bereits einen blick reingeworfen: wie erwartet, sind viele, sehr unterschiedliche und zum teil zutiefst bewegende geschichten und gedanken dabei. ich finde es großartig. und zudem sehr lobenswert, wie frau frohmann es alles schafft, so viele arbeitspositionen in einer person zu vereinen.  (was ist bloß ihr geheimrezept?*grübel*)

wer das buch gerne lesen möchte, und nebenbei eine gute tat vollbringen will (denn der erlös geht nicht in die taschen der mitwirkenden, sondern wird dem kindersterbehospitz in berlin-pankow gespendet):  hier ist der link, wo ihr fündig werdet.

also – gehet hinaus in die welt und tut etwas gutes.

 

und was die sirenen angeht:

spekulationen über deren existenz kursieren immer noch. und auch darüber, warum sie bis heute noch keiner ausfindig gemacht hat:

 

der moment ab 1:53 ist schon ziemlich überzeugend, findet ihr nicht? 😉

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