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belOng to yourself

eine zeit lang war ich ganz im bann von friedrich nietzsche.

diesem an sich todtraurigen mann war ich eine zeit lang geistig verfallen. ich hattee schon früh ein faible für die tragischen helden entwickelt, deren einziger ausweg aus ihrer misere tod oder geistige umnachtung darstellten.

und doch – auch er hat gedanken herausgebrettert, aus denen ich hoffnung schöpfte.

zum beispiel:

DIE HOFFNUNG IST DER REGENBOGEN

ÜBER DEN HERABSTÜRZENDEN BACH DES

LEBENS.

(FRIEDRICH NIETZSCHE)

 

im vergleich zu damals „hoffe“ ich allerdings nicht mehr.

ich „weiß“ es 🙂

denn auch wenn uns im leben manchmal dinge widerfahren, die vordergründig betrachtet wirklich gar nicht „gut“ sind, so denke ich, dass wir immer aus allen dingen oder situationen etwas für uns herausziehen können, was „gut“ für uns ist. 

krankheit, unfall und ja, auch das ende eines lebens… sind alles ereignisse, die einem das leben erst mal aus dem lot bringen. ich rede noch nicht aus eigener erfahrung (darüber bin ich sehr froh!), bisher wurde ich vor solchen persönlichen tragödien größtenteils verschont, aber es wird kommen…und ich bin froh, wenn ich vorbereitet bin.  

es ist einfach so: eine situation ist zunächst mal weder „gut“ noch „schlecht“. sie IST einfach. 

menschen werden krank, unfälle geschehen und der tod – er gehört zum leben dazu und ich bin mir sicher, wir würden mit ihm auch besser umgehen können, wenn er in unserer gesellschaft nicht so tabuisiert wäre. warum ist es überhaupt so? warum tun wir so als müssten wir nicht sterben? das ist heuchlerisch.

es sind wir selbst, die durch unseren blick ein ereignis, eine situation zu einer „guten“ oder einer „schlechten“ situation erklären. 

und darin liegt auch der schlüssel zum geheimnis: ihr könnt immer die situation annehmen wie sie ist.

ohne wut. ohne ärger. ohne enttäuschung.

keiner will euch etwas böses. keiner will euch eine lehre erteilen. es ist einfach der lauf der dinge.

ihr könnt euch stattdessen fragen: was könnte diese oder jene situation mir „gutes“ lehren?

wofür hat mir das leben [oder alternativ auch einen gottesbegriff eurer wahl einsetzen, aber letztendlich sind es alles synonyme] diese situation beschert? welchen teil von mir soll ich hier erfahren?

denn das ist es, was geschieht: wir lernen uns in allen facetten unseres seins kennen.

wir lernen, wer wir sind. immer und zu jeder zeit.

 

mainz 2011. regenbogen am rhein

 

 

 

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