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belOng to yourself

Zeit – ob mit Familie, mit Partner oder alleine – gibt’s nie genug. Und geschenkt wird sie dir nie. Da musst du es schon selbst in die Hand nehmen und dir Zeiträume verschaffen. Hier verrate ich, wo und wie ich Zeitfenster gefunden habe. Und zugleich, für welche Lieblingsdinge ich sie genutzt habe*.

1) Ein Mal Zeit zu zweit, bitte!

„Schatz, lass mal heute was unternehmen!“

„Ich hab mittags eigentlich eine Vorlesung…“

„Och bütteeee!“

„Na gut.“

Ja, ich vermisse sie. Diese Zeiten, wo man relativ flexibel zwischen Arbeits- und Freizeit switchen konnte. Das moderne Berufsleben mit seiner 40-Stunden-Woche hingegen schlägt richtig aufs Gemüt und die Tatsache, dass man kaum Zeit für seine Familie hat und seine Kinder nicht aufwachsen sieht, und ja, dass auch man viel zu selten Zeit zu zweit verbringen kann, wurmt extrem.

Jeder hat sie, viele finden sie Scheiße, mehr Zeit mit Arbeitskollegen statt mit den Liebsten zu verbringen. Und doch akzeptiert ein Großteil in der Regel sein Los, sagt, es war „schon immer so“ gewesen und „wird immer so bleiben“, und so weiter und bla bla. Ich gebe mich damit nicht zufrieden, immerhin habe ich meinen Mann geheiratet, WEIL ich eben Bock habe, mit ihm meine restliche Zeit zu verbringen und nicht nur ihm ein Abendessen zu servieren und am Wochenende kurz die Einkaufsliste durchzugehen.

Also habe ich mir vorgenommen, ein Mal im Monat eine Paarzeit freizuschaufeln. Dieses Mal ging es in die Therme in Bad Colberg. Es war ein außergewöhnliches Erlebnis. Nicht nur, wieder allein zu sein, das zwar auch, aber in diesem Fall hat mich tatsächlich die Architektur beeindruckt. Denn dank der terassenförmigen Badelandschaft hatten wir einen super Überblick über die gesamte Therme. Ich fühlte mich abwechselnd wie auf den chinesischen Reisterrassen und, dank der vielen Brücken und Treppen, wie auf der Brücke von Raumschiff Enterprise. Auch in der Sauna gab es keinen Platzmangel und so durften wir nach ein paar Stunden aufgetankter Zweisamkeit entspannt und glückselig heim düsen und unser Familienglück genießen.

2) Bananenbrot, Paleo-Style!

Seit ein paar Jahren bin ich bekennende Bananenbrot-Esserin. Angefangen hat es auf einem Yoga-Festival. Danach kam eine kleine Bananenbrot-Flaute. Jetzt ist sie aber wieder entfacht. Und zwar nachdem eine Freundin mit dieses Rezept hier geschickt hat. Das leckere Paleo-Bananebrot kommt ganz ohne Mehl, Zucker und Eier aus – alles Dinge, die man ja bekanntlich nicht in rauen Mengen essen sollte. Schmeckt wunderbar lecker. Und hat mich wieder süchtig gemacht. Probierts mal aus!

3) Ich schenk mir eine Tagesmutter!

Ja, genau. Allen Vereinbarkeits-Mythen und Dorf-Wünschen zum Trotz musste ich letztes Jahr feststellen, dass es nicht funktioniert, ein Kind zu Hause alleine zu betreuen und parallel etwas zu „arbeiten“. Da die Kitaplätze auch hier nicht wie Pilze aus dem Boden schießen mein Herz-Projekt aber dieses Jahr an den Start geht, habe ich mir eine Tagesmutter „gegönnt“.

Die Eingewöhnungsphase ist noch nicht komplett abgeschlossen, ein paar Trennungstränen kullern noch (bei uns beiden!) doch im Grunde finde ich es in Ordnung, den Kleinen zur Tagesmutter zu bringen. Fremdbetreuung ist ein schrecklich klingendes Wort, das der ganzen Sache nicht gerecht wird. Denn erstens habe ich mein Kind lang genug beobachtet und ihn für Tagesmutter-„reif“ befunden, und zweitens drücke ich mein Kind ja nicht von jetzt auf gleich einfach irgendeiner wildfremden Person in die Hände. Wir hatten eine relativ lange Eingewöhnungszeit, während der ich viel Zeit hatte, sowohl die Tagesmutter als auch ihre Arbeitsweise kennenzulernen. Und der Sohn hatte ausreichend Gelegenheit, sich an die Räumlichkeiten, die Spielgelegenheiten, die Spielkamerad_innen und eben an die Tagesmutter zu gewöhnen. Und auch wenn es noch Trennungstränen an der Tür gibt, sobald ich im Auto sitze, leuchtet schon mein Display mit der Nachricht „Alles gut. Er spielt schon mit den Kindern.“

Es ist nicht verkehrt, wenn das Kind eine Beziehung zu anderen Bezugspersonen aufbaut oder mit anderen Kindern spielt und dabei lernt, sich in einer Gruppe adäquat zu verhalten. Darüber hinaus: Trennungstränen hat mein Sohnemann auch, wenn er beim Papa bleiben soll, bei den Großeltern oder beim großen Bruder. Doch sobald ich außer Sichtweite bin, versiegen sie wie durch Zauberhand. Kennt ihr das auch?

4) Vera Birkenbihl, die Kommunikations-Queen

Ich liebe, liebe, liiieeebe Vera Birkenbihl! Sie zählt zu den berühmtesten Kommunikations-Trainern im deutschsprachigen Raum und ist in meinen Augen eine der inspirierendsten Frauen, die ich kenne. Aufmerksam geworden bin ich auf sie durch ihre Vorlesungen, die irgendein schlauer Fuchs auf Youtube hochgeladen hat.

Faszinierend, wie sie das trockene theoretische Wissen durch ihre unorthodoxe und unterhaltsame Art sehr anschaulich und verständlich macht. Einmal angefangen, ist es verdammt schwer, sich vom Bildschirm zu lösen, bis man die ganze Vorlesung aufgesaugt hat. Tatsächlich hat mir ein Buch von ihr in einer sehr schweren persönlichen Krise immens weiter geholfen, könnt hier hier nachschauen. Ein Aha-Effekt folgte auf den anderen, ehrlich! Daher kann ich ihre Bücher wirklich allen, die sich nach einer erfolgreichen, zwischenmenschlichen Kommunikation sehnen, nur wärmstens empfehlen. Lest mal rein!

5)Was aufs Ohr und fürs Aug‘: „Capsize“ von Frenship & Emily Warren

Tja, Jesus konnte übers Wasser laufen, aber konnte er auch übers Wasser tanzen? Eben! Ich weiß nicht mehr, wann mir dieses Lied begegnet ist, und wann ich das Video dazu sah. Ich weiß nur, es war Liebe auf den ersten Blick. Beflügelt, beseelt, macht sehnsüchtig, ein wenig traurig und inspiriert mich unheimlich. Wenn ich mich zwischen zwei sitzintensiven Arbeitsphasen mal ein wenig unkonventionell und tänzerisch bewegen will, ist dieses tolle Stück hier meine erste Wahl.

6) Soulsister Ildikó von Kürthy

Zugegeben, das bunte Cover war schuld – dadurch fiel mir das Buch „Neuland“ von Ildiko Kürthy auf. Und dann erinnerte ich mich, irgendwann auf Twitter von dem Sabbatjahr von Ildiko gelesen zu haben. Beziehungsweise von ihrer Rückkehr aus dem Sabbatjahr. Und ihren Erkenntnissen. Mit jeder Seite, mit jedem Kapitel, die ich abwechselnd mit einem Schmunzeln oder einem Grinsen durchlas, musste ich feststellen, wieviel Ähnlichkeiten ich in meinem eigenen Leben mit ihr teilte. Und dann: Wieviel Ähnlichkeiten wir Frauen miteinander teilen!

Der Selbstoptimierungs- und Schönheitswahn macht wohl vor keiner Frau halt, auch vor einer so erfolgreichen Frauen wie ihr. Jedenfalls ist dieses Buch meine aktuelle Bettlektüre, auf die ich mich jeden Abend vor und nach dem Zubett-Bringen meines Jüngsten freue.

7) Me-Time,oh yesss!

Paarzeit ist ja immens wichtig für eine intakte Beziehung. Was auch immens wichtig ist, immer noch aber viel zu oft untern Tisch fällt, ist eine andere Beziehung – und zwar die zu sich selbst.

Und so habe ich meinem Mann einen Deal vorgeschlagen (inspiriert durch die grandiose Journalistin und Vereinbarkeitsexpertin Alexandra Zykunov): Wir schenken uns regelmäßig Zeit für sich. Geplant ist, dass jedes Wochenende ein Partner einen freien Nachmittag hat, während der andere die Kids einpackt und mit ihnen etwas schönes unternimmt. Die erste Runde klappte schon mal ganz gut und was soll ich sagen: Es fühlte sich TOLL an! Hoffentlich hauen uns die „höheren Kräfte“ (Krankheit, Streit, Stress etc.) nicht um.

(* Artikel enthält Werbung, unbeauftragt und unbezahlt)

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