WortexOt

belOng to yourself

So, die Vögel zwitschern, und starten damit immer früher und ich kann es kaum erwarten, endlich wieder rauszugehen, ohne dabei auszusehen wie ein Mammut in der Eiswüste. Bis dahin erzähle ich euch, was ich an dem Valentinstag gut finde, wie die Oberfranken Fasching feiern und warum es manchmal nötig ist, die Geschwisterkinder mal zu trennen.

1. Helauuu, ach ne, warte…Faschingskultur in Franken

Für mich als Ex-Mainzerin ist es nun mal so: Die Faschingszeit ging an mir nicht spurlos vorüber. Und so bin ich auch hier in meiner alten Heimat so dem bunten Treiben nicht gänzlich abgeneigt. Aber damit stehe ich in meinem jetzigen Bekanntenkreis ganz alleine da. Umso doller fand ich es, als sich eine gute Freundin dieses Jahr bereit erklärte, mit uns auf den Coburger Faschingsumzug, den so genannten Gaudi-Wurm, zu gehen.

Der Umzug ist natürlich klein und bereits nach 40 Minuten lief schon der letzte Wagen an uns vorüber aber für die Kinder hat es gereicht. Jeder ging glücklich heim: Der Große, weil er sein tolles Kostüm noch mal spazieren führen durfte, der Kleine, weil er ein Butterhörnchen gefangen hatte, die Freundin, weil sie ihrem englischen Boyfriend ein paar bunte Bilder aus der alten Heimat schicken konnte und ich, weil ich meine kulturwissenschaftliche Neugier stillen durfte. Ist allemal spannend, zu beobachten, wie ein und dieselbe Tradition in unterschiedlichen Regionen Deutschlands gefeiert wird (die Oberfranken treiben’s jedenfalls nicht ZU bunt :P).

Die Ruhe vor dem Sturm…oder nur die Ruhe?
Gaudi-Wurm
Die Kühe sind los!
Und die Germanen kommen!

2.) Fastenzeit – und du so?

Es ist jedes Jahr dasselbe – da feiert man so nichts Böses ahnend fröhlich Fassennacht, johlt „Helau!“ oder wie hier in Oberfranken „Idis Ahoi!“ und dann Bäm! ist’s vorbei mit Saus und Braus. Aschermittwoch. Und die Fastenzeit steht vor der Tür, deutet mit ihrem kargen Zeigefinger auf dich und bittet schleunigst, deine Laster abzulegen.

Nun gut, in unserer Überflussgesellschaft ist es wirklich dringend nötig, denn es stimmt ja: wir essen viel zu viel! Und zu ungesund dazu. Und auch, wenn man versucht, in seiner eigenen Familie auf ausgewogene Ernährung achtet, springen uns die Sünden, sobald wir die Haustüre öffnen, mit solch einer Wucht entgegen, dass es schwer fällt, nicht umzufallen.

So ein offizieller, kollektiver Beginn einer Fastenzeit ist daher schon eine Hilfe. Es tut gut, sich der eigenen „Macken“ und ungesunder Lebensweisen bewusst zu werden, die sich mit der Zeit, bewusst oder unbewusst eingeschlichen haben. Ich zum Beispiel trinke für mein Leben gern Kaffee, wenn ich in der Stadt bin. Dieses Mal habe ich mir genau dieses Lieblingslaster vorgeknöpft und kaufe mir keinen Kaffee to Go mehr. 40 Tage lang. Und ein paar andere Laster habe ich mir auch auf der Liste notiert, aber erstmal nur, um sie daran zu erinnern, dass ich sie beobachte – fürs nächste Mal!

Und natürlich hilft es, wenn man nicht alleine fastet. Sobald man einen anderen Fastenden trifft, entwickelt sich ein Gemeinschaftsgefühl. Man wird zu einer eingeschworenen Gemeinschaft, zum „wir“ gegen „die anderen“ – und dies kann enorme Kräfte freisetzen. In diesem Falle heilerische.

3.) Sei dir deine eigene beste Freundin!

Lieblingslaster, ach ja. Wenn man den Fass erst aufmacht, hat man nachher die liebe Mühe, den wieder zu schließen. Bei all den Verbesserungsvorschlägen, die einem dann an sich selbst einfallen 😀

Die nächsten 6 Wochen werden unfassbar hart, so ganz ohne mein heißgeliebtes Latte Macchiato. Aber auch anderen schlechten nicht ganz so vorteilhaften Angewohnheiten gehts an die Gurgel. Damit ich durchhalte und meine Monsta-Gedanken nicht überhand nehmen, versuche ich dieses Mal, mir selbst ein Motivationscoach und eine Freundin zu sein und zwo so: Ich habe mir eine Affirmation geschrieben und sie als eine Notiz im Kalender gespeichert. Nun erinnert sie mich jeden Tag daran, warum ich dies alles mache UND vor Allem, worauf ich mich freuen kann, wenn ich dies durchgehalten habe. Und was soll ich sagen: Es tut gut, von sich selbst Abstand zu nehmen und sich aus einer Du-Perspektive heraus zu motivieren. Probiert’s mal aus und erzählt, wie ihr das fandet!

4.) Schatz, Valentinstag?

Es ist ja mittlerweile verpönt, sich an Valentinstag was zu schenken. Argumente hierfür sind meist:

  • Bäh, ist ja gar kein richtiger Feiertag
  • wurde nur von der Blumenindustrie erfunden, um den Absatz anzukurbeln,
  • Valentin war gar kein Schutzpatron für Verliebte (wars überhaupt ein Gott?).
  • die armen Blumen, die sterben doch!
  • UND das Hauptargument: „Ich brauche doch kein extra Tag, um dir meine Liebe zu zeigen und dir was zu schenken, Schatzzzz…“

Dazu sei so viel gesagt: Wer solche Partner_innen hat oder beide so denken wie oben und daher in Harmonie zusammen leben ohne Blumensträuße, denen gratuliere ich herzlich! Ich denke da ein wenig anders.

Ich denke da an andere Paare, bei denen keine traute Einigkeit herrscht, weil beide Partner so grundverschieden sind und sich in vielen Dingen nicht einig sind, außer in einer Sache: Dass sie sich lieben.

Weil sie ansonsten nicht so romantisch veranlagt sind und mit Dingen wie einem so ausm Nichts erklingenden „Ich liebe dich“ oder einer kleinen Aufmerksamkeit herausrücken (muss nichts Materielles sein!) – weil es für sie einfach nicht wichtig ist – jaaa, für diese Partner_innen isses vielleicht gut, so einen Tag zu haben, auf die man sie verweisen könnte.

Ich zumindest habe mich dieses Jahr sehr über meinen Blumenstrauß gefreut. Und genieße ihn auch im getrockneten Zustand noch eine ganze Weile. Bis ein neuer ihn ersetzt. Irgendwann.

5) Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung

Sprach sie und und lehnte sich erleichtert zurück. Soeben ist ihr ein Stein vom Herzen geplumpst. Ein riesengroßer. Sie fand nämlich heraus, dass sie nicht verrückt ist. Dass sie nicht alleine auf dieser Welt so tickt: Die sich partout nicht auf ein einziges Talent, eine einzige Leidenschaft reduzieren lassen will. Die möglichst alles möglichst gleich in Angriff nehmen will. Und die ständig daran scheitert, da der Tag nun mal 24 Stunden hat. Aber nun gibt es Hoffnung.

Sie hat jemanden gefunden, der sich mit eben dieser Sorte von Menschen befasst hat und ein Buch darüber geschrieben hat. Das Buch „Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast“ von Barbara Sehr beschreibt einfach und verständlich, was es mit diesem Menschentypus – den Scannern – auf sich hat, wie sie ticken, woran sie „leiden“. Und das Beste: Sie liefert gleich Anleitungen dazu, wie diese Menschen mit ihren vielen Passionen glücklich werden, indem sie ihnen Übungen, Organisationshilfen liefert – und vieles mehr.

Nee, wirklich. Ich bin gerade sehr glücklich, dieses Buch gefunden zu haben (übrigens gefunden bei der lieben Christine vom Wohlfühlblog Tellyventure, vielen DANK dafür!) und sauge es in jeder freien Minute auf. Als nächstes muss ich nur noch ausprobieren, welche Methode für mich die richte ist. Es bleibt spannend.

6. „Heute hab ich nur für dich Zeit, Großer“ – Zweisamkeit der etwas anderen Art

Man stelle sich das bloß vor: Jahrelang bist du Einzelkind, bist Mamas und Papas ein und alles, bist Bauchnabel der Welt und jeder Wunsch wird dir von den Augen abgelesen. Die Großeltern verwöhnen dich bei jeder Gelegenheit und plötzlich BÄM! – bist du der große Bruder. Und nichts ist mehr so wie es war.

Plötzlich bist du nicht mehr die Nummer 1 sondern Nummer 1 von zwei (oder mehr), musst teilen, musst warten, musst stets zurückstecken. So eine Lebensveränderung ist bestimmt nicht einfach, zumal wenn zwischen den Geschwistern eine etwas längere Zeitspanne auseinander liegt.

So bei uns: Die beiden Jungs haben einen Altersunterschied von acht Jahren und auch wenn der Große den Wandel seiner Rolle eigentlich ziemlich gut gemeistert hat, fällt mir doch ab und an auf, dass er unglücklich(?), traurig(?), frustriert(?) ist. Und dann frage ich mich schon: Vermisst er die Zeit, als er seine Eltern nur für sich hatte. Und als wir ihm ungeteilte Aufmerksamkeit schenken konnten? Und wie ist es mit uns Eltern? Vermissen wir nicht manchmal auch, unsere Zeit nur mit dem einen Kind zu verbringen, ohne im Hinterkopf auch noch auf das andere aufzupassen?

Daher habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, immer wieder mal Zeiträume zu schaffen, um nur etwas mit dem großen Sohn zu unternehmen. Dieses Mal haben wir uns einen Tag in den Faschingsferien ausgesucht, haben den kleinen Mann zur Tagesmutter gebracht – und haben zusammen gebastelt. Es waren zwar nur ein paar Stunden, und wir sind noch lange nicht fertig geworden, aber es hat uns dennoch gut getan.

Es ist so wichtig, jedem Kind genügend Aufmerksamkeit entgegenzubringen, damit sich keiner benachteiligt fühlt. Und es ist so schwer, denn die To-Do-Liste wird und wird nicht kleiner. Aber dennoch hoffe ich, dieses Vorhaben so oft es geht umsetzen zu könne Und hoffe, es kommt bei den Kids dann genauso an, dass wir Eltern uns angestrengt haben, für jeden gleich viel Liebe und Aufmerksamkeit zu schenken.

7.) Lieblingsgefühl: Vorfreude

Recht habt ihr alle, die da sagen: Vorfreude ist die schönste Freude!

Aktuell spüre ich dieses Gefühl ganz deutlich, jeden Tag, jede Minute, jedes Mal wenn ich an dieses Jahr denke, das so wunderbar gestartet hat. Denn das Universum hat mich nicht vergessen. Dieses Jahr nicht. Die Steine rollen wieder, gleich mehrere und fast zeitgleich. Welche es genau sind, berichte ich. Bald. Versprochen. Bis dahin genieße ich die noch: Vorfreudeeeeee!

/Text enthält Werbung, unbeauftragt und unbezahlt/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.