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belOng to yourself

heute ist die nacht der nächte, heute ist die nacht der bestimmung. es ist die heiligste nacht im islamischen jahr. 

denn heute wurde, nach islamischen glauben, der koran dem propheten mohammed offenbart.

die nacht der bestimmung ist besser als tausend monate. die engel und der geist kommen in ihr mit der erlaubnis des herrn herab, mit jedem anliegen. voller frieden ist sie bis zum anfang der morgenröte.“ (sure 97, 3-5)

von dem propheten wurde überliefert, wie dieser sich in den letzten tagen des fastenmonats ramadan zum beten und lesen der heiligen schrift in die moschee zurückzog.

fromme und gläubige (und vielleicht auch weniger gläubige) muslime tun es ihm gleich, eifern ihm nach – und sind heute, sofern es familie und beruf und vereinbarkeit zulassen – in den moscheen und beten.

nach der oben zitierten sure kommt heute der geist gottes hernieder – und gebete der vergebung von sünden oder gebete mit anderen anliegen sollen heute besonderes gehör finden.

auch wenn ich atheistisch sozialisiert, christlich getauft wurde und dem religionsunterricht später ferngeblieben bin, beobachte ich fasziniert die glaubenswelten verschiedenster menschen und kulturen.

manchmal überkommen mich dunkle gefühle, neid, wut oder ohnmacht. auf jene, die glauben können, ohne wenn und aber. die sich immer und jederzeit einem transzendenten wesen zuwenden können, die ihr schicksal dem großen „er“ (seltener „es“ oder „sie“) in die hände legen. die immer eine antwort auf alle fragen haben: gottes wege sind unergründlich.

und dann gibt es momente der stillen hoffnung, auf dieses „von gott berührt“-gefühl. darauf, dass sich das vage gefühl des ahnens verwandelt. in irgendwas gewisses, irgendwas festes. irgendwas, was bleibt…

doch bisher blieb es nur bei dieser gottverfluchten ahnung.

stirbt die hoffnung wirklich zuletzt?

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