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belOng to yourself

ich bin konsummensch. 

ich mensch, konsumiere.


wir konsumieren.

ununterbrochen. 

immer.

und überall.


wir konsumieren materielles


essen und trinken. konsum von lebensmitteln.

konsum im körper.

hier zuviel davon und woanders leidet erde und mensch…


kleidung, klunker, und colliers. konsum von textilien und … zeug.

konsum am körper.

hier zuviel davon und woanders leidet erde und mensch…


haus, auto, ein jumbo-jet. konsum von baumaterial.

konsum um körper herum.

hier zuviel davon und woanders leidet erde und mensch…

es sind rohstoffe, seltene, immer seltener werdende rohstoffe.

manche kommen so schnell nicht wieder zurück. 

wir konsumieren auch immaterielles


konzerte und cd’s, bücher, zeitungen, zeitschriften und blogs, theater und zeitgenössischer tanz.

wir konsumieren musik, literatur, tanz. 

wir konsumieren gedanken, ideen, meinungen.

fremde gedanken.


die welt ist laut geworden.


jeder schreit zu mir:

„hören sie doch, ma’am!“,

„schaun s‘ mal her, frollein!“,

„kommen sie doch hierrüber, madame!“

jeder zerrt an mir und an meiner aufmerksamkeit.


das geschieht jeden tag, immerzu. 


vor lauter konsum bin ich mir meiner selbst nicht mehr bewusst. 


ich weiß nicht

wer ich bin.

wer ich war.

und wer ich sein will.


außer: 
kein konsummensch. 


dann wünsch‘ ich mir zuflucht, 
einen kokon. 

schalldicht und blickdicht, dennoch leuchtend und warm.

dort will ich bleiben.

dort will ich ruh’n. 

nichts sehen, nichts hören.

nur liegen, und mich am Leben spür’n.

dort will ich einfach nur sein.


denn dann, in der stille, werde ich endlich

meine eigenen gedanken hören.

unglaublich geniale gedanken.


für ohr, für auge,

für seele und leib.


die sind hier drin.

„man muss das gute tun, damit es in der welt ist“ sagte marie von ebner-eschenbach.


dem konsum können wir nicht entgehen. 

der konsum ist überall.

und mancher konsum ist es wert, konsumiert zu werden. 


doch nicht zu jedem preis. 

(photo:privat geknipst. künstler: claerbout)

„das wort in die stille tragen und fortgeben, damit alles wieder möglich wird.“


wär‘ dies kein traum und kein ziel?


stille, 
vom konsum?

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