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belOng to yourself

„So Mädels, und nun legt ihr euch auf den Bauch, und streckt eure… Moment, ich muss der Kleinen ihr Buch geben…also, wo waren wir gleich? Genau, streckt eure Arme nach vorn und haltet still, eins, zwei, drei,…“

Seit einer Weile besuche ich einen Sportkurs, so einen in dem frau ihr Baby mitnehmen kann. Als wir mit dem Kurs begannen, waren unsere Kinder so um die 3-4 Monate alt. Sie lagen – zumeist auf dem Rücken – vor uns rum und starrten abwechselnd auf die Decke oder die Mama oder die fremde Mama nebenan. Manche dösten friedlich vor sich hin. Es herrschte eine relativ entspannte Atmosphäre, in der frau sich relativ fokussiert und konzentriert der Ausübung der Trainingseinheiten widmen konnte.

Auch unsere Trainerin brachte ihre Tochter mit – eine kleine quirlige Maus, die erst kürzlich zum Laufkind avanciert ist.

Und nun ist es so: Jedes Mal bin ich fasziniert. Fasziniert, wie unsere Kursleiterin das immer schafft, uns Frauen anzuleiten, während ihre Tochter um sie herum ist. Sie klammert sich an ihr Bein, sie klettert ihr auf den Rücken, sie legt sich auf ihren Bauch. Sie nimmt ihre Tochter auf den Arm, reicht ihr die Trinkflasche oder holt ein Buch heraus. Und währenddessen: „Nicht ablegen, Mädels, haltet durch!“ und wechselt zur nächsten Übung.

Nun sind über zwei Monate vergangen, die meisten Kinder können sich mittlerweile auf den Bauch rollen – und zurück. Manche krabbeln – und landen bei einer fremden Mama und quengeln. Manche sitzen – und fallen um und weinen. Es wird gejauchzt, gefiept, geblabbert, geweint und geschrien. Es ist laut. Es ist wuselig und gegen Ende der Stunde steht dann doch vielen die Erleichterung im Gesicht geschrieben. Es ist halt ein Mama-Kind-Kurs, und ein solcher ist per se auch mal anstrengend.

Und auch hier ist es so: Ich bin fasziniert. Fasziniert auch von uns anderen, Wie wir das immer schaffen, Übungen zu machen und uns gleichzeitig um die Kinder zu kümmern. Zu schauen, dass sie sich nicht stoßen, sie bei aufkommender Langeweile zu beschäftigen, sie bei Verstimmung zu trösten. Und das alles, während wir eigentlich Muskeln trainieren und unsere verspannten Körper dehnen (sollten).

Wenn die Stunde vorbei ist und wir alles einpacken – Babys, Trinkflaschen, Schnuller, Handtücher und der Geräuschpegel nochmals ansteigt (ich meine, welches Kind mag eigentlich überhaupt schon Mützen anziehen?), wir uns alle dennoch lächelnd und gut gelaunt eine schöne Woche wünschen – dann schleicht sich mir schon immer wieder der Gedanke: Würde ein Papa jemals so einen Kurs freiwillig besuchen und wenn ja, wie würde er sich wohl danach fühlen? Oder sind nur wir Mütter verrückt genug, uns in so ein Multitasking-erforderliches Abenteuer zu stürzen?

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