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belOng to yourself

eigentlich sollte es in dieser rubrik darum gehen, sich an die guten und positiven dinge/ereignisse/gedanken zu erinnern, die zwischen den posts passierten. die lücken, die nun dennoch entstanden sind, offenbaren allerdings, dass – nun ja, dass dieses „positive denken“ gar nicht so einfach ist, wie ich es gerne hätte…

om tare tutarre“ – so lautet ein mantra, das mir kürzlich von meiner lieben frau mutter zugespielt wurde. das tare mantra soll vor folgenden acht gefahren schützen: stolz, verblendung, zorn, neid, falsche ansichten, geiz, begierde, zweifel.

offensichtlich ist es nötig, scheint die botschaft der mich umgebenden und mich sehr gut kennenden personen zu sein. und sehr wahrscheinlich haben sie recht. meine ist-zustand gleicht dem jahreszyklus. denn so wie die jahreszeiten von blühenden baumknospen über heiße sommernachmittage bis hin zu matschigen Spielplätzen – und kalten (vielleicht weißen) winterlandschaften veränderen, so beobachte ich, wie sich eine dunkle (depressions-)wolke über mein „sein“ legt und die sonnigen seiten des lebens verdammt nochmal verdeckt.

das hier war also schwere arbeit für mich, das gute in den letzten monaten zu erkennen. ich hab sie doch gefunden – und darauf bin ich jetzt ein wenig stolz.

 

strohwitwe und strohmama

meine jungs überlegten spontan, einen ausflug nach marokko zu machen. ganz „zufällig“ fiel der urlaub direkt in die zeit des opferfestes. während die beiden sich also die bäuche mit den leckersten speisen füllten, die meine schwiegermutter zubereitete, vergass ich vor lauter gedanken über arbeit überhaupt irgendwas zu kochen. verhungert bin ich dennoch nicht.

körnerfutter: besser als eine tafel schokolade

stattdessen gab es frühstück-to-stand, direkt neben dem kühlschrank, durchwachte nächte, bis die ersten sonnenstrahlen meinen müden körper ins bett scheuchten. ich habe viel gelesen. dann habe ich noch mehr gelesen – und auch ein paar mehr blogbeitragäge geschrieben. für die brennt es mir stets unter den fingernägeln. das würde ich liebend gerne öfters tun. aber da man davon nicht leben kann…

 

bücher und bücherwürmer – das erste mal auf der buchmesse

jedes jahr sehe ich alle dahin gehen. ich schaute nur zu. dieses jahr wollte ich mitgehen: die frankfurter buchmesse. darauf aufmerksam gemacht von der lieben juna, dass ich als bloggerin/journalistin eine pressekarte bekommen kann, meldete ich mich an – und war plötzlich mit von der partie.

erste pressekarte

das war ein tolles gefühl. am meisten gefreut habe ich mich über die angebote der selfpublishing-area sowie über den zutritt zum pressebereich. beim tao-verlag hatte ich mich zuvor für ein exposé-quick-check beworben. ich spiele schon seit meiner magisterzeit mit dem gedanken, meine arbeit zu veröffentlichen -und dort habe ich nun positive rückmeldung bekommen, dass dies ein gutes thema und ein buch darüber eine sehr gute idee wäre. von der professionellen seite grünes licht bekommen, heißt nun der nächste schritt: den akademikertext in normales deutsch übertragen. und dann gehts los!

es hieß ja, blogger_innen und journalist_innen könnten auf der buchmesse prima connections knüpfen. nun ja, das hat leider recht wenig geklappt, denn dort angekommen, musste ich feststellen: es ist doch ziemlich schwierig, connections zu knüpfen mit journalist_innen, die arbeiten! als ich dort zum ersten mal vorbeischaute, fand ich die meisten kolleg_innen an den laptops sitzend und ununterbrochen in die tasten tippend. die atmosphäre war sehr… arbeitswütig, wie in einem bienenstock. ich hingegen war in eigenregie unterwegs. dafür habe ich mich mit ein paar leuten aus der blogosphäre getroffen. sehr toll, sie dann mal live und in farbe kennen zu lernen. daneben gab es viele tolle eindrücke – so viele bücher!!!- und eine ganze tüte voller prospekte dann noch oben drauf. 

mexikanisches kochbuch

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aufladestation, für mensch und mobiles endgerät

zu jeder kreativen schandtat bereit

halloween für groß und klein

als bekennende anhängerin der (neu-)heidnischen weltanschauungen kann ich solche feste, deren ursprünge irgendwo in den gesellschaften unserer ahnen liegen, nicht einfach so ignorieren.

so auch beim halloween. im allgemeinen glaubt man, halloween sei ursprünglich ein keltisches fest gewesen. nach meinung heutiger kulturwissenschaftler muss man leider sagen: dies stimmt nicht so ganz. denn eine einheitliche „keltische“ kultur habe es nie gegeben – so steht es etwa bei melanie augstein und stefanie samida in ihrem aufsatz „vom kult zum pop? die kelten und halloween in der gegenwärtigen alltagskultur“.

dennoch gibt es hinweise, das ein solches fest in manchen gegenden – etwa auf der insel inismór (árainn, irland) – gefeiert wurde:

Dort feierten alljährlich die erwachsenen Einwohner gemeinsam das Ende des Sommers, alle in Verkleidung und dadurch völlig anonym, um ihre Gemeinschaft zu erneuern und zusammen die dunkle Jahreszeit zu überstehen“

mir dessen völlig bewusst, habe ich mich daran gemacht, dennoch dem halloween-kult zu frönen. man kann feste feiern wie sie fallen. nur ohne konsumrausch. die deko haben wir daher mit meinem sohnemann komplett aus dem wald geholt sowie aus den bereits daheim vorhandenen bastelmaterialien zusammengepappt. dazu ein kleines gruselbuffet vorbereitet – ich meine, essen müssen wir sowieso. dann kann man sich den spass gönnen und den tisch in ein frankensteinlabor verwandeln. fazit: alle beteiligten fühlten sich gut – und ich durfte dem einen oder anderen interessierten ein wenig was über die „heidnischen“ aspekte hinter halloween erzählen.

eishände

 

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abgesehen von diesen positiven ereignissen gingen die letzten monate sind ziemlich unbewusst an mir vorbei. mal wieder. zu sehr war ich mit den gedanken nicht im hier und jetzt, sondern in arbeit versunken und in sorgen darüber, ob es denn wirklich die richtige arbeit ist, die ich tue. die gedanken des zweifelns nahm überhand überhand.

wer bin ich? was will ich? wann ist meine arbeit „gut“? kann ich mir schon stolz auf die schulter klopfen wenn die artikel veröffentlicht werden, wenn ich aber ansonsten kein feedback von den vorgesetzten bekomme? recherchiere ich auch richtig? ist meine „schreibe“ auch journalistisch genug? und wenn es gut und richtig und journalistisch ist, warum dann wird diese arbeit nicht oder kaum bezahlt?

es ist gerade dieser aspekt des nicht-fuss-fassen-könnens, der mich derzeit richtig nervt. so sehr, dass ich mich zunehmend selbst sabotiere. und so landet der frust auf anderen, die nichts dafür können. und das ist ziemlich fatal.

das übel liegt hierfür liegt jedoch, in einem selbst, genauer: in den eigenen gedanken. ich könnte einfach anders denken. all diese fragen da oben…ich könnte sie mir einfach nicht stellen. sondern stattdessen positiv denkend sagen: jawohl, das was ich tue, das ist gut. ich kann mir stolz auf die schulter klopfen, wenn arbeiten veröffentlicht werden und auch wenn es sonst kein feedback gab – überschriften wie „titelstory“ oder „top-thema“ sind doch auch ein zeichen für qualität. und das mit dem geld verdienen, nun ja, das problem habe nicht nur ich alleine. aber: da ich es in letzter zeit wieder immer mehr vergessen habe, dass ich selbst meines glückes schmiedin bin, muss sich etwas ändern.

ich gönne mir bis ende des jahres ein sabbatical. ich muss verschnaufen. zumindest von journalistischen aufträgen. ich werde mein fernstudium beenden, bloggen. und an meinen buchprojekten weiterschreiben.

und daneben nehme ich mir ganz viel zeit für all die anderen wunderbaren sachen – familienausflüge, bastelnachmittage und TANZEN. im november geht es wieder nach frankfurt zu den workshops in modern dance und zeitgenössischem tanz.

das wird ein wunderbarer spass. und bis dahin reinige ich mich vor den negativen gedanken.

„om tare tutarre“

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