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belOng to yourself

september, ein monat, der wehmut und nachdenklichkeit in mir auslöst. warum? weil ich ihn mit sommerende assoziiere. ganz hämisch plustert er sich auf mit seinen goldenen herbstblättern und bemerkt: „tja schnecke, nun ist’s vorbei mit urlaub feeling.“ ich jedoch, die sich stets an das positive zu klammern versucht, habe mir trotzdem ein paar sachen herausgepickt, die ich ruhigen gewissens als „supertolle erfahrungen“ bezeichnen würde.

 

erkenntnis: „auf die letzte minute“ arbeiten kann ich

ich habe eine angewohnheit, just-in-time zu arbeiten. dinge und projekte auf lange zeit zu planen und wochen vorher damit fertig zu werden – das ist langweilig. da kommt mensch ja gar nicht ins schwitzen. öde.

schon immer muss ich mir deswegen vorwürfe anhören.

und schon immer habe ich mich selbst darüber geärgert. weil es wohl mein umfeld so erwartet.

also habe ich immer wieder mit mir selbstgespräche geführt: hör damit auf. fang endlich an, rechtzeitig anzufangen.

nur hat mich die erfahrung immer wieder gelehrt: ich kriege das einfach hin. meine arbeiten kommen gut an. ich kann also in kurzer zeit was gutes produzieren, sei es ein text einzureichen, oder geschenke auszusuchen, die dem gegenüber große freude bereiten und passen, wie die faust aufs auge. zwar ist die zeit vorher etwas stressiger als sonst, aber genau dieser stress ist es, der meine adrenalinverwöhnte muse kreativ macht.

zwar nehme ich mir immer noch regelmäßig vor, meine projekte – geschenke aussuchen, geschichten fabulieren, hausarbeiten abgeben – rechtzeitig zu starten.

aber geschafft habe ich es noch nie.

es ist einfach ein spiel, das ich gerne immer wieder spiele.

nicht ganz unschuldig daran ist das zitat von mark twain, das ich irgendwann mal aufgeschnappt habe – und es mir nun stets vor augen führe:

„gäbe es die letzte minute nicht, so würde niemals etwas fertig.“

is‘ so *fg

 

stell dir vor, dein kind macht urlaub und du gehst nicht mit

mein sohnemann wird erwachsen. anders kann man diese erfahrung nicht nennen. diesen sommer haben wir zum ersten mal getrennt urlaub verbracht. helikopter-mutti bin ich somit wohl nicht. der grund ist ein ganz einfacher: mein sohn hat wunderbare großeltern, die einfach nie satt werden, ihn um sich zu haben. ich hatte ja schon mal darüber berichtet, dass wir in unserer familie eher darüber diskussionen führen müssen, wann ich mein kind von den großeltern wieder zurück bekomme als umgekehrt. diesmal haben sie es sich fest vorgenommen, ihren enkel mit in den urlaub mitzunehmen. lange zeit habe ich mich gewehrt. immerhin wollten sie die deutschland-grenzen passieren und es sich in kroatien gemütlich machen. gemeinsam schnorcheln und krebse ärgern. irgendwann habe ich nachgegeben. und es nicht bereut. es hat wunderbar geklappt. mein baby wird halt erwachsen.

 

ethnologie studiert? und jetzt?

ja, ja – die ethnologen. studieren aus spass an der freude und eh sie sich versehen, sind sie mit dem studium fertig und haben keine ahnung, was sie damit nun anstellen können.

das geheimnis ist – sie können so einiges damit anstellen, nur ist halt das problem, dass ihnen das im studium nicht richtig gezeigt wird. zumindest war es zu meiner zeit so. von seiten der lehrpläne gab es kaum orientierungshilfen, was so ein ethnologiestudium in welchen berufssphären für potential hat.

ich habe es mir zur aufgabe gemacht, dies zu ändern. aus diesem grund habe ich einen blog zum thema gestartet. und aus diesem grund habe ich mich beim letzten aufruf der ethno-zeitschrift #cargo dafür eingesetzt, dass sie ein heft zu berufsperspektiven machen. und nun habe ich auch die ehre, für sie einen beitrag zu schreiben. worum wird es gehen? ganz klar – um journalismus.

ich stelle also dieses berufsfeld vor, in all seinen vorzügen und wohl auch abgründen. aber die vorzüge werden überwinden 😉

und nebenbei würde ich mir einen meiner vorsätze erfüllen, nämlich einmal für ein ethnologisches wissenschaftsmagazin zu schreiben. bin ganz gespannt.

 

sind wir nicht alle ein bisschen rassistisch? antirassistische entwicklungspolitsiche bildungsarbeit

ich ahnte es zwar schon unbewusst, aber nur, weil ich bereits durch mein studium vorsensibilisiert war: wir sind alle rassisten. „wie? ich? rassist? wie könnt ihr nur? ich arbeite schon seit jahren für die ngo (hier beliebige organisation einführen). ich bin doch eine/r von den guten!“

so oder so ähnlich reagieren die meisten menschen/mitarbeiter_innen, oder würden reagieren, wenn ihnen gesagt wird, dies oder jenes, was sie sagen, meinen, tun, sei rassistisch.

aber leider ist das die wahrheit.

unsere ganze kulturgeschichte der letzten jahrhunderte ist durch koloniales/rassistisches denken geprägt. es ist so selbstverständlich, dass wir es einfach gar nicht merken.

die gute nachricht: es muss so nicht bleiben.

hierfür bietet der verein „ebasa!“ hervorragende bildungsarbeit.

auf eben so einem workshop war ich letztes wochenende. und ich muss sagen: es öffnet die augen.

was wir da genau gemacht haben, das ist sogar einen eigenen blogpost wert. den werde ich demnächst publizieren – entweder hier oder hier.

 

schwanger werden: mit einer neuen idee

dank meiner vorherigen ereignissen kam mir eine geniale idee, an der ich zur zeit knabbere, feile und konzipiere.

ich gedenke, unter die coaches zu gehen. irgendwie müssen ja diese beiden leidenschaften ethnologie und journalismus kombiniert werden.

ihr entschuldigt jetzt, ich muss mal grübeln gehen…

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