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belOng to yourself


kaum strecken sich die ersten t-shirt-verheißenden sonnenstrahlen aus ihrem winterschlaf heraus – und die gesamte mainzer menschheit spielt verrückt. sie klappen ihre laptops zu (verstauen aber ihre smartphone-bitches sorgfältig in der hosentasche), krabbeln aus ihren wohnhöhlen und strecken ihre gesichter der sonne entgegen. innerhalb eines augenblicks zu sonnenanbeterinnen mutiert. 

und wie glücklich sie alle aussehen! fast will man ausrufen „seht her, der mensch braucht gar nicht so viel zum glücklich sein. schönes wetter reicht.“

 

auch ich, bekennende sonnenanbeterin (mit smartphone-bitch in der hosentasche. ach ja – schlimm sowas…), war die letzten tage eifrig unterwegs und speicherte so viel sonne, wie meine gestressten körperzellen nur aufnehmen konnten.

 

gestresst, weil das leben nun mal kein ponyhof und das kirschen-essen nicht mit jedermann eine gute option – oder so ähnlich.

 

fakt ist, dass sich alle meine aktivitäten – berufliche wie frezeitliche – in letzter zeit allzusehr auf einem sehr kleinen raum abspielten. ihr wisst schon… ja genau, hier. auf dem desktop. die einzige abwechslung, die sich stellte, war: lese ich oder schreibe ich? der ort blieb jedoch immer derselbe: interned. mittlerweile hat der rücken, diese krumme socke, eine windung mehr und rächt sich in regelmäßigen abständen, indem er hämisch knarzt…

 

aber diese sonnenstrahlen – sie haben auch mich wieder aus meiner verstaubten monotonen schreiblethargie herausgerissen. wunderbare sonne! 

 

sobald die ersten sonnenstrahlen mich erreichten, fühlte ich eine ungeheure lust auf – haltet euch fest – b e w e g u n g.


aber da bewegung an sich allzu schnell mit eckligem, anstrengenden und absolut unspaßigen sport, mit schwitzen und seitenstechen gleichgesetzt wird (mein innerer schweinehund hasst sport, und ist ganz und gar nicht begeistert, wenn man ihm seinen speckgürtel wegnimmt. übrigens ist meiner mit der smartphone-bitch liiert…) habe ich mich umgesehen, was sonst noch mit bewegung zu tun hat, aber im gegensatz zu sport einfach nur bock macht.

folgende aktivitäten eignen sich am besten dazu, dem schweinehund selbstbewusst in seine verrunzelte schnauze zu rufen „hau ab, du hund! ich mache keinen sport. ich flowerpowere.“

einige habe ich schon ausprobiert, auf andere freue ich mich  wie ein schntzel, also… so n vegetarisches…oder so.. 

 

SLACKLINE

das erste mal, als ich sie sah, das holde seil, hing sie zwischen zwei bäumen, im park unweit eines kinderspielplatzes und adrette, athletische menschen balancierten, schritten und jumpten auf ihr herum.

prompt war es um mich geschehen! ich fiel – in love. allerdings war ich zu schüchtern, um mit ihr anzubandeln. diesmal habe ich aber mehr mut. diesen sommer vollführe ich den seiltanz.

gut für: ganzkörperspannung, rücken(?), konzentration, euphorie am ende der line

risiko: knochenbrüche…

 

JONGLIEREN

irgendwie hatte ich bisher in meinem leben allen meinen begegnungen mit jongleuren, mit dem jonglieren an sich, kaum bedeutung beigemessen. und irgendwie bin ich jetzt total fasziniert von diesen menschen, die bälle in die luft werfen – und sie gekonnt und künstlerisch drapiert auch alle wieder fangen. 

seit dem wochenende bin ich nun ebenfalls stolze besitzerin drei bunter jonglierbälle – und habe gar keine skrupel, diese zu benutzen. denn während sich einige weiterhin damit aufplustern, wie multitaskingfähig sie sind, habe ich beschlossen, diesem schizophrenen ich-kann-gleichzeitig eine-email-lesen-ein-buch-schreiben-und-nebenher-zwischen-work-und-life-balancieren-wahn eine abfuhr zu erteilen. du kannst mich mal! ich konzentriere mich von nun an immer öfters mal nur auf eine sache. 

und weil ich das schon vor langer zeit verlernt habe, ja, fange ich an, mich wieder daran zu erinnern.

gut für: konzentration, fingerfertigkeit  koordination

risiko:  man wird ausgelacht, besonders am anfang, wenn die bälle nicht dahin fliegen, wohin sie sollen. und besonders vom eigenen nachwuchs. ich spreche aus erfahrung..

 

HULA HOOP

hier kann ich sogar eine ganz konkrete quelle nennen, die mich inspiriert hat: lisa pfleger. auf die gestossen bin ich durch ihren freund michael, mit dem ich via twitter vernetzt bin (#followerpower!:)). die beiden betreiben den blog „experiment selbstversorgung“ – und leben dementsprechend so. ich folgte einem seiner tweets – und dieser war verhängnisvoll.

ich landete in einer anderen welt. in der welt der hula-hooping-fans. was ich alles allein in dieser woche erfahren habe, ist einen eigenen blogeintrag wert…es ist eine welt innerhalb der unseren!

auf einem video entdeckte ich lisa. ich sah ihren hoopdance.  und es passierte das, was oft beim zuschauen von tanzen passiert. ich fühlte mich berührt. angesprochen. und nun hat mich das hoop-fieber gepackt. der reifen ist bestellt. ich zähle die tage…

gut für: alles. fitness, ausdauer, koordination, …

risiken: ???

 

warum flowerpower?

schuld an dieser assoziation sind jene barfüßigen menschen, die ich einst zu meinen studienzeiten unweit meines geliebten ethno-instituts zu sehen und beobachten pflegte. es waren jene flower-power-menschen, die sich gerne im sommer in den nachmittagsstunden auf der wiese versammelten. sie trugen weite bunte baumwollhosen, die aus irgendeinem „fernen“ land stammten, hatten oft dreadlocks oder bunte baumwollkopftücher. und sie jonglierten und hoop-tanzten. wir nannten sie die „hippies“. es ist ein klischee. aber eins, das mir gefällt. 


damals hatte ich einfach nicht zu ende gedacht. hätte ich es getan, dann wäre herausgekommen, dass ich ebenfalls eine barfüßige, bunte baumwollhosen- und baumwollkopftuchtragende hippiebraut bin. 

das tue ich nun. ich folge also nur meinem ruf, der sich endlich durch meine alltagssorgen-gedanken gekämpft und mich erreicht hat. jonglierbälle, slackline, reifen sind diesen sommer meine spielgefährt_innen – und das smartphone, diese bitch, wird lernen, dass sie nicht mehr die nummer eins ist. 

und das alles nur wegen der sonne.

 

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2 thoughts on “smartphone du bitch, du bist so ersetzbar!

  1. Hallo Helmut,
    vielen Dank für das erste Kommentar in meinem neuen Blog 🙂
    In der Tat fühle ich mich durch mein Smartphone (das ich nicht einmal lange besitze!) ziemlich oft vereinnahmt. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich sei von ihm bereits losgekommen… Aber ich habe, wie ich finde, wirklich gute Alternativen entdeckt, wie ich meine Zeit draußen auf Spielplätzen und in den Parks nutzen kann. Das ist um einiges gesünder und macht deutlich mehr Spaß!

  2. Hi Julia,

    du kennst mich, du liest meine Seite und daher wirst du dir meinen Kommentar denken können:

    Du sprichst mir hier so aus der Seele! 😉 Ging mir auch so, ich bin heute 90 Minuten spazieren gegangen.

    das tue ich nun. ich folge also nur meinem ruf, der mich endlich erreicht hat. jonglierbälle, slackline, reifen sind eingepackt – und das smartphone, diese bitch, wird lernen, dass sie nicht mehr die nummer eins ist.

    Ich hab mich schon gegen die Private Nutzung eines Shabbyphones entschieden. 😉

    Ich hoffe, mein Trackback vom heutigen Micropost kam an. Hat ja irgendwie zu deinem Thema gepasst. 😉

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