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belOng to yourself

jedes jahr zur gleichen zeit, nämlich so ziemlich pünktlich zum jahresende, überfällt er mich: der blues.

während die menschheit sich um mich herum zurücklehnte und mit ruhigem gewissen zu sich sagte: „die vorsätze des letzten jahres habe ich erfüllt, ich held. neue ziele definiert. wo ist der glühwein?“ blicke ich auf das letzte jahr zurück und

denke: ist es wirklich dieselbe welt, in der wir beide leben?

die WTF-momente

als mutter fuss fassen wollen in der medien-branche – in meiner welt ist dies noch immer ein trauriges, sehr trauriges kapitel.

denn was bisher geschah…

– magazine, für die ich schrieb, wurden fusioniert, eingestampft, oder abgekauft ohne die bisherigen autor_innen mitzunehmen.

– der stapel an jobabsagen für volontariate und freie mitarbeit wuchs in schwindelerregende höhen.

dabei verlief das prozedere immer gleich:

ich lese eine stellenanzeige.

ich reagiere mit: ey, die suchen ja MICH! alles passt: qualifikationen, interesse, engagement, identifikation.

ich opfere einen ganzen tag dafür, ein persönliches anschreiben zu verfassen, den lebenslauf anzupassen, die passenden arbeitsproben auszuwählen.

ich schicke ab…

und warte gespannt: kaue auf den lippen, knabbere an fingernägeln, stalke mit einer gewissen angstlust das postfach.

nur um wiedermal diesen beschissenen satz zu lesen:

leider haben wir uns für jemand anderen entschieden“

mit dem trostpflastersatz hinterher (der wirklich nicht tröstet):

bitte sehen sie unsere entscheidung nicht als generelle wertung ihrer fachlichen oder persönlichen kompetenzen an. oftmals entscheiden bereits winzige details bei der besetzung einer stelle.“

dieses „winzige detail“, das bei solchen besetzungen eine rolle spielt, ist – tut mir leid, dieses gefühl werde ich einfach nicht mehr los: ich bin eine mutter.

dann spiele ich mit dem gedanken, mir eine bärenhöhle zu bauen und mich darin zu verkriechen. bis die zeiten sich ändern. bis die unternehmen in deutschland eine_n nicht mit befremdlichen blicken und wie einen sonderschweren fall betrachten, weil mensch sich wünscht, familie und beruf zu haben. bis ich nicht mehr bei jeder absage das glaube, die kindserwähnung hat mich wieder aus dem bewerber_innenkreis ausgeknockt.

entschuldigung, aber wenn es nicht an meiner person liegt, und nicht an meinen qualifikationen – dann fällt mir nur dieser eine grund ein:

du hast kinder, du bist unflexibel und ein risikofaktor für mein unternehmen.“

die „UND NU?“-momente

wenn es einem nicht ganz so gut geht, und mensch das gefühl hat, einfach jede_r und alles hat sich gegen einen verschworen, dann versucht mensch ja, mit der situation umzugehen. und probiert verschiedene methoden aus:

– eine miese fresse ziehen.

ist aber nicht so förderlich, denn das macht später im betagten gesicht hässliche falten. also bleibt vorausschauend.

– die schuld bei anderen zu suchen.

wird immer noch gerne benutzt. ist mit verlaub gesagt aber ziemlich primitiv. und hilft nicht weiter, denn – wie ich bereits erwähnte – du bist die quelle und das spiegelbild dessen, was um dich herum geschieht.

– frustfuttern.

mit vorliebe alles was süß und klebrig ist. ist nur im ersten augenblick ein trost, wenn die glückshormone durch den körper flutschen. aber dann kommt der moment, wenn du dein lieblingskleid anziehst. und der reissverschluss dir ein entgeistertes „das willst du jetzt nicht im ernst probieren!?“ zuruft…

die „AHA“-momente

wer im glashaus sitzt, julia, sollte nicht mit steinen um sich werfen!“

ja, ich weiß.

ich bin ja eine von euch – ihr habt es ja gelesen, diese bewerbungs-und-absage-momente hauen mich immer wieder aus der fassung, dann verfalle ich in diese wtf-momente zurück. und habe auch all das durchlebt, was ich oben anprangere.

ABER

ich fange mich wieder ein. weil ich nämlich weiß, dass es meine gedanken sind, die meine gefühle provozieren. und ich weiß: ich bin nicht meine gedanken. ich habe sie nur. ich kann sie also mit dem mir von wem-auch-immer gegebenen freien willen ändern. und positiv denken.

ich glaube daran (weil ich mich dazu entschieden habe, jawohl), dass alle situationen, die mir gegeben wurden/in die ich hineingerate lehrreich und sinnvoll sind.

damit halte ich meine monsta-gedanken im zaum.

es klappt. nicht immer, aber immer öfters 😀

DU BIST DER SCHÖPFER DEINES LEBENS

oder wie ich in meinem letzten post schrieb: du bist die quelle.

es hilft einfach nichts. das ist die wahrheit.

 

dieses motto, diese erkenntnis:

schreibt sie euch raus

hängt sie gut sichtbar an die wand

lest sie euch jeden tag laut vor

glaubt es

und geht hinaus und erschafft euch die welt, in der ihr leben wollt

*ende und aus*

ps an die twitterities: ich hab’s geschafft, mich doch noch aus dem mimimi-status rauszuschreiben 😉

 

portrait. darmstadt 2014

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